Über das Sterben

 

Vor einigen Tagen beobachtete ich ein große Mücke, man nennt sie glaube ich auch Schneider, die im Zimmer herum flog und sich dann auf die Wohnzimmerdecke nieder setzte. Am nächsten Tag war die Mücke noch am gleichen Ort und ich überlegte, ob sie nicht Futter brauchte...

Auch die nächsten tage rührte  sich die Mücke nicht vom Fleck, bis ich bemerkte, das sie tot war. Sie hatte sich die Wohnzimmerdecke in meiner Wohnung ausgesucht um zu sterben!

 

Das erinnert mich an die zahme Ratte, die meine Kinder als Haustier hatten. Sie bekam Krebs und der Tierarzt konnte ihr nicht mehr helfen. In den letzten Tagen wurde die Ratte ungewohnt anhänglich und kuschelte immer wieder auf meinem Bauch.

Dann am letzten Tag ihres Lebens zog sie sich in eine ruhige Ecke alleine zurück und starb!

 

Ich besuchte meinen Vater am Tag vor seinem Tod. Immer wieder musste ich das Pflegebett in der Höhe verstellen, weil mein Vater die optimale Stellung erreichen wollte.

Als ich am nächsten Tag ins Zimmer kam, lag mein Vater im Bett, die Augen geschlossen, der Mund weit auf, die Hände waren kalt und er atmete nicht mehr.

 

Erwar gegangen!

 

Ich versuche zu begreifen!