Was hält mich?

 

 

Wir leben in unsicheren Zeiten. Große Veränderungen stehen uns bevor.

Vor einiger Zeit betreute ich eine weile einen 91jährigen. Zweimal die Woche besuchte ich ihn im Altersheim und ging mit ihm spazieren. Einmal, als wir auf einer Bank im Wald saßen, fragte ich ihn: Was ist für Dich Leben?

 

 Er sagte: Bewegung!

 

Was hält mich in dieser Welt, was hält mich im Leben?

 

Für mich ist das eine der zentralen Fragestellungen derzeit. Natürlich wirst du sagen: mich hält meine Familie, meine Freunde, meine Kinder, mein Glaube, meine Bücher, meine Erinnerungen, meine Träume und Wünsche.

Was ist aber nun, wenn all das nach und nach verloren geht,

oder auf einmal auf dem Spiel steht, was hält dich dann?

 

Was hält dich, wenn du feststellst, das vieles von dem was dich hielt, nur deine Angst vor dem was sein könnte verdeckt hat?

 

Was hält dich, wenn du nackt bist? Und was hält dich, wenn du tiefer und tiefer gehst?

 

Was hält dich, wenn du deine Angst gespürt hast, deine Wut die Veränderung jetzt nicht zu wollen?

was hält dich, wenn du tiefer und tiefer gehst?

 

Meine Erfahrung ist, das was mich hält ist eben all dies nicht.

Mich hält nicht all das Erworbene. Mich hält nicht das was ich zu besitzen glaube.

 

Ganz tief in mir ist nichts. Leere. Haltlosigkeit.

 

Was mich hält, ist die Bewegung. Was mich hält, ist der Wille zu Veränderungen. Was mich hält ist mein Lebenswille.

 

Dabei ist der Tod, den wir oft fürchten unser Partner im Prozeß.

 

Ohne das wir durch den Tod gehen, gibt es keine Veränderung.

 

Ohne das wir das vorher Geglaubte sterben lassen , ohne das wir, was wir besitzen, hingeben wollen, gibt es keine Veränderung.